The Last Of Us: Left Behind (DLC) Review/Test

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Vergesst alles was ich bisher über DLCs gesagt habe. Ich habe gelogen. Nein, habe ich nicht. DLCs sind immer noch ein Plage aber leider oder im Falle von „Left Behind“, dem ersten und wahrscheinlich letzten Single Player Story DLC zu „The Last Of Us“, zum Glück nicht immer.

Die Spielejornalisten der großen Seiten und Zeitschriften bemängeln immer wieder gern, dass das Spiel nur zwei Stunden (ich habe mindestens 3 Stunden gebraucht aber ich spiele Spiele auch noch und renne nicht einfach nur durch) dauert und dafür 15 Euro verlangt werden. Brav applaudieren natürlich die User für die nur nackte Zahlen gelten. Ich allerdings kann das Ganze nicht nachvollziehen. Denn selten bis nie habe ich meine Zeit und mein Geld besser in ein Videospiel bzw. einen DLC investiert. Daher also schon mal vorweg: Wenn ihr 15 Euro entbehren könnt und „The Last Of Us“ mögt und im besten Fall bereits durchgespielt habt, dann nehmt das Geld in die Hand und stopft es Naughty Dog so tief in den Hals wie ihr nur könnt.

Beginnen wir von vorne. Denn der Anfang des DLCs bezieht sich direkt auf das Ende des Hauptspiels, spielt aber vor Selbigem. Um genau zu sein spielt „Left Behind“ drei Wochen vor Joels und Ellies Kennenlernen. Der Hauptteil der Geschichte widmet sich Ellie und ihre Freundin Riley. Auch Joel ist wieder mit von der Partie. Ihr steuert allerdings die gesamte Spielzeit über nur Ellie. Dabei wechseln sich zwei Story-Stränge immer wieder ab. Im Ersten geht es um die Begegnung von Riley und Ellie und im zweiten Strang erlebt ihr einen Teil, der zwischen zwei Passagen des Hauptspiel stattfindet. Um welchen Stelle es sich genau handelt möchte ich hier nicht verraten.

Dabei würde ich gerne so viel über das Spiel erzählen und tue es doch nicht. Die Geschichte muss man einfach selber erleben und das so ungespoilert wie überhaupt möglich. Daher versuche ich kurz den Ablauf und einige interessante Punkte zu umreißen. Vielleicht raffe ich mich in den nächsten Tagen gar auf einen Spoiler Podcast aufzunehmen, in dem ich mich in aller Gänze über das fantastische Spiel auslassen kann.

Aber zurück zum Wesentlichen. Im Joel Part lauft ihr als Ellie alleine durch eine Shopping Mall, auf der Suche nach Medizin und anderen wichtigen Dingen, die einem das Leben in einer Postapokalypse vereinfachen können. Der Riley Part beginnt damit, dass ihr von Riley, eurer ehemals besten Freundin, geweckt werdet. Verärgert darüber und über die Tatsache, dass sich Riley ewig nicht mehr gemeldet hat und Ellie bereits das Schlimmste befürchtet hatte, ist sie etwas sauer. Die Neuigkeit, dass Riley nun den Fireflys angehört erfreut Ellie auch nicht sonderlich, macht dies ihr Zusammentreffen um einiges brisanter. Denn sollte Riley erwischt werden, könnte das ihren Tod bedeuten. Die Mädels beschließen sich wieder zu vertragen und Riley entführt Ellie in die Shopping Mall wo sie mit ihr einen schönen Tag erleben will.

Bekommen wir Ellie im Joel Part noch so präsentiert wie wir sie aus dem Hauptspiel kennen, dürfen wir, und dafür bin ich Naughty Dog wirklich dankbar, im Riley Abschnitt, Ellies kindliche Seite entdecken. Diese hat sie sich glücklicherweise trotz aller Problematik bewahrt. Zu sehen, wie Ellie, durch das Aufeinandertreffen mit Riley, einfach nur Kind ist und wie für eine kurze Zeit die Mall von zwei jungen Mädels im Alleingang mit Leben geflutet wird ist eine herausragende Leistung der Entwickler.

Während ihrer Reise durch das Einkaufszentrum wird immer wieder in den Joel Part gewechselt. Dort erwartet uns dann ein harter Kontrast. Zwar ist der alleinige Trip durch das verschneite Einkaufszentrum nicht ganz so actionlastig wie wir es aus dem Hauptspiel gewohnt sind, allerdings leidet das Gameplay darunter kein Stück. Es gibt sogar eine Neuerung. So können wir in Gebieten in denen sich sowohl Infizierte als auch menschliche Gegner aufhalten diese Begebenheit zu unseren Gunsten nutzen, indem wir zum Beispiel mit einem gezielten Ziegelsteinwurf die Aufmerksamkeit der Infizierten auf die menschlichen Feinde lenken. So haben wir die Anzahl der Gegner schnell verkleinert. Generell habe ich das Gefühl, dass man im DLC sehr gut mit Schleichen voran kommt. Das geht allerdings nicht die ganze Zeit. Denn gegen Ende des Joel Parts bekommen wir es noch ein mal mit gewaltigen Gegnerhorden zu tun, aus denen wir uns nicht mehr nur mit Verstecken und Heranschleichen befreien können.

Der Riley Teil ist ruhig und wird erst zum Ende hin dramatischer. Es ist der Story Part, wogegen man den Joel Part als den Gameplay Teil bezeichnen könnte. Der Ein oder Andere mag vielleicht behaupten, dass die Entwickler den Teil mit Joel nur herein genommen haben um die Spielzeit zu strecken, doch da möchte ich gegen halten. Zum Einen macht ja gerade das Kämpfen, Schleichen und Überleben das Spiel aus und zum anderen wird einem mit jedem Schwenk wieder bewusst, wie gefährlich das Leben für die Protagonisten ist, was man vor allem im Riley Part sehr schnell vergisst.

Naughty Dog überrascht auf ganzer Linie. Zum Einen mit der Art der Erzählung, die mir noch besser gefällt als bei „The Last Of Us“ zum Anderen aber auch mit einigen Kniffen die das Spiel und einzelne Momente einfach unvergesslich machen. Ihr wisst was ich meine, wenn ihr es erlebt.

Das Ende und die Augenblicke davor waren für mich quasi ein Magic Moment nach dem Anderen und nicht nur einmal hatte ich einen Kloß der Größe eines Kloßes im Hals. Ich würde so gerne tiefer ins Detail gehen, aber wie gesagt möchte ich auch einfach nichts verraten. Vertraut mir einfach. Holt euch den DLC. Solltet ihr „The Last Of Us“ nicht haben, dann holt es euch, spielt es durch und besorgt euch dann den DLC. Solltet ihr keine PS3 besitzen, holt sie euch. Kauft „The Last Of Us“ spielt es durch und holt euch dann noch „Left Behind“, Es lohnt sich! Da müsst ihr mir einfach vertrauen.

Was gibt es zu kritisieren? Nicht viel. Grafik und Animationen sind auf gewohnt hohem Niveau und lassen einen richtig in die Spielwelt abtauchen. Es sind Kleinigkeiten die man bemängeln könnte, doch die sind nicht der Rede wert. Wenn man aber unbedingt irgendwas bemängeln möchte dann die Spielzeit. Wie die Spielzeit? Der hat doch am Anfang selber noch gesagt, dass das kein Kritikpunkt sein sollte. Ja, so ist es. Ich kritisiere die Spielzeit aber aus zwei ganz anderen Gründen. Erstens, weil man als Spieler des Hauptspiels weiß, wie der DLC enden wird und ich diesen Moment einfach so lange herauszögern möchte wie es geht und zweitens möchte ich einfach nur weiter dabei zusehen wie sich die Beziehung zwischen Riley und Ellie, im wahrsten Sinne des Wortes, weiter entwickelt.

Ich kann wie oben bereits erwähnt nur dazu raten, den DLC zu kaufen. Was spricht mehr für einen Kauf, als wenn ich als bekennender DLC Feind, euch geradezu zu einem Kauf zwingen möchte. Auch der Preis ist vertretbar. Der komplette DLC ist auf deutsch vertont und, wenn ich mich jetzt nicht stark irre, ist auch das Gebiet in dem der DLC spielt eines, welches in der Hauptstory so nicht vorkam. Es wurde also durchaus viel Arbeit Seitens Naughty Dog in die Entwicklung gesteckt. Und so was darf und sollte man man dann auch mal unterstützen.

Der „The Last Of Us: Left Behind“ DLC ist seit dem 14. Februar für die PlayStation 3 erhältlich und kostet 15 Euro.

Ich bette euch noch den The Last of Us: Left Behind Full Opening Cinematic Trailer hier drunter ein. Ansehen aber auf eigene Gefahr. Wie gesagt, habe ich versucht die Review so spoilerfrei wie möglich zu schreiben, dann solltet ihr auch besser auf den Trailer verzichten. Aber wenn ihr gar nicht anders könnt, schaut ihn euch an. Ich rate aber davon ab, wenn ihr das Spiel selber erleben wollt.

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